Am Mittwoch Abend vergangene Woche trafen sich 25 Weininteressierte im Lokal e.V. zum gemeinsamen kulturellen Austausch über Spaniens Rotweinwelt. Dieser Beitrag widmet sich dem ersten offenen Wine Get Together zwischen Rexvini und Niriu.de, der Community für mehr Nachbarschaft in Hamburg.
Das Zusammenkommen mit Niriu.de verlief so, dass ich Niriu-Gründer Babak über eine kleine private Weinrunde letztes Jahr im Sommer kennenlernen konnte. Danach trafen wir uns dann fast monatlich, um gemeinsam Wein zu trinken und darüber fachzusimpeln. Dass man sich bei wachsender Teilnehmerzahl mal fast stapelte trug zwar zur Gemütlichkeit bei, es wurde aber auch klar, dass Alans Küche künftig platztechnisch nicht mehr ausreichen würde. Für 2012 beschlossen wir dann passend zum Launch aus betaphase unserer Babies Niriu.de und Rexvini.de, die kleine Weinrunde einem größeren Publikum zu öffnen. An dieser Stelle auch ein dreifaches Hoch für die bezaubernde Anne vom LOKAL e.V., die dies tatsächlich möglich gemacht hat.
Als Pilot entschieden wir uns zwischen den Festtagen letztes Jahr für Spanien im Überblick. Die Herausforderung wurde uns 5 Tage vor der Veranstaltung erst klar, eine richtige Vorstellung des größten Weinlandes nach Anbaufläche an einem Abend durchzuführen ist eigentlich nicht möglich. Auf dem Parkplatz vor Rindchens Weinkontor Outlet musste dann schnell ein Claim für den Abend her, der die Situation in ein anderes Licht rückt. Wir konnten uns auf eine Leitfrage für unser erstes Get-Together einigen. Unsere Teilnehmer sollten irgendwann gegen Mitternacht für sich beantworten können, ob Ihnen spanische Weine als Typus gefallen oder eben nicht. Wir überlegten noch kurz, was uns spontan zu Spanien und Rotwein einfiel: Barriqueausbaustufen (Joven, Crianza, Reserva, Gran Reserva, Pago) und Tempranillo. Das passt, lets shop !

12 Euro Beitrag pro Person deckten mit Punktladung unsere 5 Weine, Manchegokäse, Serrano Schinken, Oliven und Olivenöl, Brot und die Utensilien für ein Sensorikspiel für insgesamt 24 Personen ab. Gläser und Karaffen kauften wir dann aus eigener Tasche.
Unsere Weine:
- Den Joven Casa Antonio Tempranillo Ecologico 2007 aus La Mancha. Gekauft für knapp 4 Euro im Rindchens Weinkontor Outlet.
- Marques de Grinon: Alea Crianza 2004 aus Rioja. Gekauft für 5-6 Euro ebenfalls im Rindchens Weinkontor Outlet.
- Den Reserva Sanchobaron 2005 der Bodega Domeco de Jarauta aus Rioja. Gekauft für 9 Euro im Rindchens Outlet.
- Gran Reserva Castillo Don Daniel 2003 der Bodegas Fernando Castro Valdepenas. Gekauft für keine 4 Euro im Spanienmarkt.
- Die Pago di Circus 2008 von Inaki Nunez aus Navarra. Gekauft für 9 Euro im Edeka am Großneumarkt in Hamburg.
Mir persönlich gefiel die Sanchobaron Reserva am besten, dicht gefolgt vom Pago de Circus, der mit insgesamt 37 Goldmedaillen international prämiert ist. Die Gesamtbewertungen können bei Rexvini auf der Liste der neu eingetragenen Weine aktuell begutachtet werden.
Wir wollten unsere offene “Verkostung” nur dann monatlich wiederholen, wenn dies auch bei den Teilnehmern gut ankommt. Wir können als Ergebnis des Abends mit viel Freude bekanntgeben, dass wir weitermachen. Der nächste Termin im Lokal e.V. mit dem Thema Südfrankreich muss nur noch bestätigt werden. Für März wurde bereits im Einklang mit der Gruppe das Thema “Deutscher Riesling” beschlossen.
Zum Abschluß möchte ich noch mal Dank aussprechen: Anne vom Lokal e.V. für die Unterstützung und Bereitstellung der Räume; Alan, dass er uns seine Küche für die “Vorrunden” gestellt hat und natürlich Babak und Cedric von Niriu. Vielen Dank natürlich auch an die Teilnehmer für das grandiose Feedback. Auf bald ! Es hat Spass gemacht. ^^
Liebsten Gruß
Stephan
PS: Mehr Fotos zu dem Abend gibt es im Flickr Account von Niriu.
Nach dem Jahreswechsel freuen wir uns Ihnen ein neues REXVINI zu präsentieren!
REXVINI erscheint nun in einem neuen Design mit neuen Features und erstmalig haben auch Weinproduzenten die Möglichkeit bei REXVINI mitzumachen. Damit verfolgen wir das Ziel, dass bei REXVINI ein vertrauensvoller Austausch zwischen Weinfreunden als auch den Weinproduzenten stattfindet.
Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick:
Weinsuche: Über die Startseite können Sie direkt auf die Inhalte der Datenbank gelangen und von dort Ihre Weinsuche in der Datenbank der Weine starten. Den einfachsten Einstieg in die Suche erreichen Sie über die Länder-, Regionen- oder Produzentensuchfelder.
Detailansicht der Weine: Die Detailansicht der einzelnen Weine in der Datenbank wurde um das Feld “Bezugsquellen” erweitert. Dieses gibt Ihnen Auskunft über die Bezugsquellen des Weines: Kaufangaben über Supermärkte, Fachhandel, Onlinehandel oder Vor-Ort-Käufe beim Winzer sind nun einem Wein direkt zugeordnet und helfen Ihnen, den Wein ebenfalls zu erwerben. Diese Angaben können von allen REXVINI-Nutzern ergänzt werden.
Kommentare: Die Kommentarfunktion wurde um eine Kommentarbewertung ergänzt, welche es ermöglicht einzelne Kommentare nach deren Nützlichkeit zu bewerten. So schaffen wir mit den Interaktionsmöglichkeiten noch mehr Orientierung.
Social-Media: Sie wollen Ihren Netzwerken bei Facebook, Twitter und Google+ einen Wein, bzw. einen Winzer empfehlen? Kein Problem, da sie nun mit den Social-Plugins direkt Informationen von REXVINI in Ihre Netzwerke teilen können. Dabei achten wir auf die Datensicherheit und lassen erst nach Ihrem Einverständnis zu, dass dritte Seiten mit Ihrem Account eine Verbindung mit den Social-Plugins bei REXVINI herstellen.
Angebot für Weinproduzenten: Als Weinproduzent (Winzer, Erzeuger, Weinkellerei, usw.) können Sie sich nun bei REXVINI ganz einfach online mit einem eigenen REXVINI-Profil präsentieren und über Ihre Produkte mit den Nutzern persönlich ins Gespräch kommen. Eine Integration von Social-Media Plugins, Google-Maps und weiteren profilierenden und reichweitegenerierenden Features erlaubt es Ihnen, Ihren Namen und Ihre Produkte im Netz noch weiter zu verbreiten. Bleiben Sie per Nutzer-Kommentare, -Bewertungen und direktem Kontakt auf dem Laufenden über Ihre Produkte, kommunizieren Sie mit Ihren Kunden und behalten Sie so ein Ohr am Markt! Unser Angebot für Weinproduzenten finden Sie hier: Angebot Weinproduzenten.
“Gewachst, gedoped, poliert, nagelneue Zähne …”
Nun, insgesamt gibt es noch einiges mehr zu entdecken - machen Sie mit und helfen Sie die Informationssammlung rund um das Thema Wein weiter wachsen zu lassen!
Damit wünsche ich Ihnen im Namen des gesamten REXVINI-Teams einen glänzenden Start ins nagelneue Jahr 2012,
Christoph
Hier ein paar Bilder vom Gesellschaftertreffen am 28.10. in Stuttgart. Es ist immer wieder schön, das komplette Team zusammen zu haben und über Geschäftliches aber auch Privates zu reden. Schon bald wird die neue REXVINI-Seite online gehen, die neben Informationen und Bewertungen zu Weinen aus aller Welt nun erstmals auch direkt die Produzenten ansprechen soll. In welcher Art und Weise wir uns das vorstellen, wird hier später noch ausführlicher erklärt…
Philipp

Manche Produkte sind mir rätselhaft und ich frage mich, wie die grundlegenden Marktmechanismen es zulassen können, dass diese tatsächlich in der Auslage eines Supermarktes landen.
Das hier vorgestellte Produkt gehört dieser Kategorie an: Wine to go.
Es handelt sich dabei um Wein, welcher in 187ml Plastikbecher abgefüllt wurde und mit einem Aludeckel (wie bei Joghurt) verschlossen ist. Das an den Endkunden kommunizierte und damit von den Herstellern als kaufentscheidend identifizierte Merkmal des Produktes lautet “trinkfertig”. Ein sog. high convenience Produkt also, welches mir mein Leben erleichtern und mich in diesem Fall vor Korkenziehern und Gläsern (und dem Abwaschen von diesen) bewahren soll. Über den Sinn und Zweck von high convenience Produkten im Lebensmittelbereich an dieser Stelle weiterzuschreiben würde den Rahmen sprengen, also lasse ich das Thema unkommentiert im Raum stehen und reisse die Aludeckel von den Teilen …
Convenience hin oder her – leider schmeckt der Inhalt der beiden Probeexemplare sehr schlimm und ich gehe einer genaueren Untersuchung des Geschmacks nicht weiter nach.
Zuzüglich muss die Frage nach dem Stil gestellt werden – zerfledderte Aludeckelränder am Plastikbecher lassen auch keine Genießerstimmung hochkommen.
Dann doch lieber der schnelle Griff zum sinnvolleren (möglicherweise sogar sinnvollsten) high convenience Produkt: Der Flasche Bier!
Cheers,
Christoph
Gerade wurde die Heizung wieder auf die eher für März obligatorische “3” gestellt. Hamburg Mitte August bedeutet 2011 konstanter Regen, viel Wind und 10°C. Obwohl ein Rotwein aus dem Eichenfass sicher angebrachter wäre, habe ich im Hinblick auf bessere Restsommertage mich der wohl wichtigsten deutschen Rebsorte gewidmet – dem Riesling. Ich nahm mir sechs Kandidaten aus dem unteren Preissegment vor, auf der Suche nach dem Besten für den schmalen Geldbeutel.

Kernprodukte dieses Testberichts sind Rieslinge, für die man sich vor dem Einkaufsregal etwas weiter nach unten bücken muss um ranzukommen – meist angeboten im 1 Liter Humpen, abgefüllt von irgendeiner GmbH oder einer Großgenossenschaft. Auch wenn ich aus meiner Erinnerung dem 1 Liter Anonymrieslingen früher öfters als heute im Supermarkt begegnet bin, findet sich, wie erwartet, fast überall ein solches Produkt im Budget-Bereich von locker unter fünf Euro. Der kostenintensivste Proband liegt preislich bei knapp vier Euro.
Kurze Definition zur Königin der Weißweine: Nach meinem Weinlexikon ist der erste Existenznachweis in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in der Wachau erbracht worden, Wikipedia weisst auf das Rheintal im 14. Jahrhundert hin. Die Rieslingrebe ist also eine so genannte autochthone oder indigene Rebsorte in Deutschland, d.h. der evolutionäre Ursprung der Art ist in Deutschland zu finden. Der Riesling ist eine Mehrfachkreuzung aus der Rebsorte Heunisch, Traminer und einer weiteren autochthonen Rebe der Rheingegend.
Riesling ist die in Deutschland am meisten bewirtschaftete Rebsorte und findet sich in fast allen Ausbauweisen. Da Riesling unter stark diversifizierten Bedingungen an-und ausgebaut wird, ergibt sich kein klar definierbares Aromenbild: Aromen von Granny Smith Apfel bis Zuckermais können ebenso mit Rieslingen assoziiert werden, wie eine volle Tropik und zitronige Säure. Allerdings ist eine Besonderheit bei fortgeschrittener Lagerung identifizierbar: Der Geruch von Petroleum.
Viele Deutsche Spitzenlagen sind ausschließlich mit Riesling bewachsen, diese Priorisierung ist international wohl bekannt und geschätzt:
An ode to Riesling:
With your acid, length and line;
With your flavours of citrus: lemon & lime;
Oh Riesling what you mean to me;
Perfectly refreshing summery.
Dass diese Ode nicht an alle Flaschen, gerade im Budgetsegment, gerichtet ist, leuchtet natürlich ein. Die Jungs von thewinewankers.com befassen sich auch eher mit Weinen aus dem Segment des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter), ich jedoch, mit einem überschaubaren Budget von vier Euro, verorte meine Erwartungshaltung fairerweise erstmal bei “trinkbar”. Und damit komme ich zur Kernfrage dieses Beitrags: Welchen Riesling soll man für kleines Geld kaufen (oder lieber stehen lassen und das Geld in nen Sixpack Bier investieren)? Die Verkostungsnotizen sind wie immer auf den “Details” verlinkt.
1. Rheinberg Kellerrei GmbH Pfalz Riesling trocken, Edeka:
Eine typischer Wein vom Großabfüller, kommt im 1 Liter Humpen. Die Rheinberg Kellerrei ist der zweitgrößte Weinabfüller in Deutschland. Der Produzentensitz dieses Pfälzer Produktes ist Bingen am Rhein, was bekannter Weise im Weinanbaugebiet Rheingau liegt. Details lesen «
2. Rheinhessen Riesling, Netto (?):
Keine Details bekannt. Details lesen «
3. Weinfels, Zimmermann-Graeff & Müller GmbH & Co. KG Riesling, Penny:
Mit stolzem “DLG Prämiert” Etikett, was auch immer das bedeutet. Details lesen «
4. Heinrich Lorch GmbH Riesling, Real:
Heinrich Lorch GmbH ist ein Unternehmen der ZGM, was für Zimmermann-Graeff & Müller GmbH & Co. KG steht. Schaut man sich auf der ZGM Website kurz um, bemerkt man, dass man hier mit wahnsinnig großen Kontingenten aus der ganzen Welt jongliert. Die Personen auf dem Firmenportrait wirken auf mich wie glückliche Banker. Details lesen «
5. Felsenkeller Besigheim GmbH Riesling, Lidl:
Schnell war festzustellen, dass der Wein eine ordentliche Ladung Restzucker geladen hat (”lieblich”), was die Vergleichbarkeit gegenüber den anderen, trocken ausgebauten Rieslingen leider in Frage stellt. Details lesen «
6. Saborondo Organics Riesling, Weinfachhandel:
Gekauft wurde der Wein in einem recht authentischen französischen Steh-Bistro mit ausgeprägter Weinecke. Könnte man Fachhandel nennen. Auf jeden Fall war Fachpersonal vorhanden, was die Weine kannte und mich beraten konnte. Was die Beschaffung angeht, bedarf es beim Sobrondo Organics Riesling leider etwas Organisation. Eigenartig ist, dass er im Sobrondo Online Shop viel mehr kostet als im Laden, nämlich das Doppelte. Details lesen «
Fazit: Der Sobrando Organics Riesling ist der einzige Kandidat, der wirklich gut trinkbar ist. Würde ich wieder kaufen und ist meiner Meinung nach empfehlenswert. Akzeptabel wären unter Umständen noch der Riesling der Lorch GmbH und der Weinfels Riesling. Der Rest ist nur für den Tisch mit Leuten geeignet, die man nicht besonders leiden kann.
Im großen Ganzen bin ich über die hier getestete Auswahl der Budget-Angebote etwas enttäuscht und ich hatte mehr erwartet, da es sich hier immerhin um DIE Deutsche Rebe handelt. Also tendenziell Finger weg vom 1 Liter Discount Riesling ohne spezifische Herkunftsbezeichnung. Falls man doch nur ganz wenig Geld für einen Riesling ausgeben möchte, dann bitte mit ordentlich Restzucker (lieblich) kaufen. Mit Fruchtzucker geölt geht es dann wenigstens gut runter.
Cheers,
Stephan