Seit dem letzten Bericht sind einige Wochen vergangen, inzwischen waren wir am vergangenen Mittwoch mit unserer “Chardonnay aus Frankreich” Ausgabe bei unserer 9. Veranstaltung angekommen. Am Spassfaktor an der Sache hat sich nicht viel verändert, gefühlt konnten wir ihn sogar steigern. Mit diesem Blogbeitrag möchten wir über die kleinen Highlights kurz berichten.

Zur Maiausgabe ist mir beim Einkauf ein kleiner Fehler unterlaufen. Zwischen den ca. 30 Sauvignon Blanc Flaschen verschiedener Weingüter trat während des Abends überraschend eine Flasche Silvaner zum Vorschein. Dass dies vom betroffenen Tisch bei der Nachbesprechung eindeutig und einstimmig identifiziert worden war, beeindruckte mich sehr.Silvaner und Sauvingnon Blanc stehen zwar charakteristisch auseinander, doch sollte hier erwähnt werden, dass es sich generell um eine nicht professionelle Veranstaltung handelt. Bei steigendem Gesprächspegel und stark diversen Gruppenmeinungen beugt man sich oft der Masse. In diesem Fall wurden Positionen auch von den leisesten Stimmen eisern vertreten, der Fehler konnte aufgedeckt werden. Also ein hoch auf unsere Teilnehmer an dieser Stelle !

Ein weiteres Highlight war eine Entdeckung bei der Kroatien Weinprobe bei der achten Veranstaltung. Zu meinem Geruchsspiel, welches ich zu jeder Veranstaltung vorbereite, hatte ich in die Probe Sechs ein Stück sehr altes Frolic Hundefutter gelegt. Erst kürzlich wurde Frolic beim Aufräumen im Keller gefunden und wurde dann nach kurzer Begutachtung als neuer Inbegriff animalischen Aromas gedanklich gespeichert. Klingt scary? Genauso kam es auch an. Was mich dabei nun sehr überraschte war, dass bei vier Jahre altem Keller-Frolic beim Ratespiel viele Teilnehmern auf Brühwürfel oder Bouillon Pulver namenhafter Hersteller tippten. Das ist erst richtig scary!

Beim Chardonnay Abend vorgestern konnte ich etwas (für mich) Lehrreiches feststellen: Günstiger Chardonnay ist trinkbar! Beim Einkauf für unsere Events bediene ich mich immer aus verschiedenen Preiskategorien. Meist trinken wir dann von günstig nach teuer. Der günstigste Chardonnay lag bei 2,90 € für den Liter.
Auf dem Etikett war abzulesen, dass für den Flascheninhalt Restbestände aus ganz Frankreich zusammengekippt worden waren. (Ich nehme von solchen Produkten sonst gerne Abstand.) Der hochwertigste Einkauf war ein Chablis 1er Cru für 19,- Euro. Bei Preisgefällen dieser Höhe verhielt es sich in der Vergangenheit meist so, dass der Günstigste gerne kollektiv hinterher als ungenießbar weggekippt wurde. Nicht beim Chardonnay. Der 2,90 € Grand Sud Chardonnay wurde von vielen am Mittwoch selbst nach dem Top-Scorer 1er Cru Chablis als trinkbar eingestuft. Also man lerne: Chardonnay geht auch günstig, oder wenn günstig, dann Chardonnay. (Die Weinliste des Abends » Chardonnay - Frankreich)
Mit Rotweinen aus dem Piemont wollen wir Mitte Oktober wieder in Erscheinung treten. In dieser Ausgabe werden wir uns wie angekündigt preislich etwas steigern müssen, denn wir brauchen neue Gläser und es geht an die namenhaften Italiener, Barolo und Barbaresco. Ich freue mich schon seit einem halben Jahr auf dieses Set.
Stephan
Design by Simon Fletcher. Powered by Tumblr.
© Copyright 2010