Unsere monatliche Weinveranstaltung ging vergangenen Mittwoch mit großen Namen aus dem Piemont in die neue Runde. Ein kurzer Bericht über bemerkbare “Party-Athmo” und dem Anschein, dass wir ein exklusiver Club wären.

Letzten Freitag fragte man mich das zweite Mal, ob die Weinveranstaltung ein Club wäre und wie man sich in die Exklusivität “bewerben” kann. Aus den Fotos und Blogs würde man das wohl vermuten. Ich musste etwas schmunzeln bevor ich verneinte. Ich klärte kurz über die Konzeption des Abends auf, dass sich jeder einfach anmelden kann, sich aber nach Terminankündigung beeilen sollte, und sicherte damit (wahrscheinlich) zwei neue Teilnehmer. Später dachte ich dann noch etwas über die Frage nach. Eigentlich hatten Babak und ich besprochen, dass wir im Schnitt eine 50/50 Aufteilung an vollends neuen Teilnehmern zu Wiederholungstätern erreichen möchten. Die letzte Veranstaltung allerdings bestand mehr aus bekannten Gesichtern mit geschätzter 80/20 Aufteilung. Da diese sich meistens dann auch schon kennen, erzeugt dies eine Stimmung, die sich von den ersten Abenden klar differenzierte. Damit kommt im Endeffekt die Frage wieder durch, ob wir nicht vielleicht alle zwei Wochen was machen, also die Frequenz erhöhen. Themen haben wir genug.
Was den vergangen Mittwoch angeht: Wir gingen diesmal mit 15,- Euro pro Person ins Rennen. Wir kauften damit eine neue Ladung Gläser (mit jedem Event geht im Durchschnitt etwa eins kaputt), damit hatten wir immer noch ca. 13,- Euro (bisher 8,50 Euro) pro Flasche. Mit dem Freiraum konnten wir auch Piemont-Weine namhafter Hersteller kaufen.
So stellten wir uns unter anderem mit Pio Cesare, Marchesi di Barolo und Flori gefühlt gut auf. Die Preise spiegelten die Qualitäten wieder, sodass die beiden eher hochpreisigen Kandidaten, der Barbera von Pio Cesare für ca 15,- Euro und der Barolo Flori von Araldica mit ca. 18,- Euro, als Favouriten gelten können. Generell kann man von einer überdurchschnittlich gut trinkbaren Aufstellung sprechen. Die Liste der Weine des Abends ist hier veröffentlicht: REXVINI/ NIRIU - PIEMONT. Abschließend sei noch gesagt, dass wir nach einigen fehlerhaften Flaschen gelernt haben bei einem bestimmten Fachhändler in Zukunft keine Weine mehr zu kaufen. Dieser soll hier nicht genannt werden, wer allerdings trotzdem die Details wissen möchte kann mich gerne per Mail kontaktieren (s.suen@rexvini.de).
Thema und Termin für die nächste Veranstaltung Ende November stehen bereits fest. Wir bereiten für euch einen Beaujolais-Abend vor. Nach der aktuellen Einkaufsliste werden wir uns von Beaujolais Nouveau bis zum Cru Beaujolais durch die Qualitätsstufen probieren. Anmelden kann man sich allerdings erst nachdem Babak aus Portugal wiederkommt. Wir halten euch dabei auf dem Laufenden.
Stephan
Im bereits vierten Teil unserer wunderbaren Weinverkostungsreihe widmeten wir uns dem Bereich Süditalien. Auf dem Dancefloor der Good Old Days Bar haben wir uns auf die Einzelregionen Sizilien und Apulien konzentriert.

Zugegeben liegt die Veranstaltung schon einige Tage zurück. Mir kam der dreiwöchige Familienbesuch in Taiwan, der auch als Wein- (Alkohol) Pause genutzt wurde, leider dazwischen. Sorry for delay an dieser Stelle.

Von der Dokumentation “ARD - Die Story: Von Kamen nach Corleone - im Kampf gegen die Mafia” inspiriert hatte ich eigentlich vor, die Veranstaltung eng an der dort anscheinend allgegenwärtige Präsenz der “Familienclans” zu planen. Nach tagelanger Recherche fand ich aber ausser dem Tatbestand, dass es zu Immobilien-Massenenteignung (auf Sizilien ca. 15.000 Immobilienobjekte, Quelle: Link) der etablierten Familien kam, keine weiteren handfesten Infos. Mit Subventionsgeldern aus EU-Töpfen und den damals aktuellen Regierungsbeamten Berlusconis wurde die Vielzahl der Grundstücke für den Anbau von Wein und andere landwirtschaftliche Güter und dem Tourismus “freigegeben”. Wer die Objekte wie im einzelnen bewirtschaftet und wer davon wie im Endeffekt dann wieder profitiert sind Fragen, die an dieser Stelle offen bleiben sollen.
Zu den Weinen soll erzählt sein, dass wir unseren Fokus auf Nero d´Avola und Primitivo (auch bekannt als Zinfandel) gesetzt haben. Hierbei haben sich unter den Teilnehmern zwei ganz klare Favoriten herauskristallisiert: Der Lamuri von Tasca D`Almerita und der drei Sterne Gambero Rosso Kandidat Mandrossa Cartagho von Settesoli, welcher mein persönlicher Favorit ist. Weiter wurde noch beschlossen, dass der Lamuri als der rundum gut zu trinkende Wein aus der Auswahl zu beschreiben ist. Der Cartagho überzeugt durch eine hohe Komplexität, was ihn als recht anspruchsvollen Tropfen charakterisiert. Weitere Weine vom Event und deren Einzelbeschreibungen sind hier als Rexvini-Liste angelegt.

In wenigen Tagen erfährt unsere Wine-get-together Reihe zusammen mit Niriu.com seine Fortsetzung. Wir widmen uns dann der Rebsorte Sauvignon Blanc mit dem Versuch eines interkontinentalen Vergleiches. Babak von Niriu hatte mir bereits am Freitag durchgegeben, dass wir hierfür wieder vollends ausgebucht sind. Ich nehme dies als gutes Feed-back wahr und bedanke mich dafür.
Stephan
Photos by Niriu.com
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