Malbec, Cabernet Sauvignon und Argentinien ergaben am vergangenen Mittwoch eine gewinnende Geschmacks-Kombination für alle anwesenden Weinfreunde. Wir berichten wie immer kurz von unserer Weinverkostung über das Thema Argentinen zusammen mit niriu im Lokal e.V.

Ich war sehr erfreut darüber, dass die Heizung bei ca. minus 6°C draussen fleißig seinen Dienst tat. Vor einem Jahr etwa, als wir das erste Mal in dieser Form interessierte und “fortgeschrittene” Weintrinker ins Lokal einluden, wurden Jacken und Mützen gar nicht erst ausgezogen. Die Heizkörper gaben nur leises Knistern von sich. Um die ca. 25 Teilnehmer zusammen zu bekommen bedurfte es zur damaligen Premiere lauteres “Trommelwirbeln”, als es heute notwendig ist. Angesichts dieser Herausforderungen zum Start, hat sich unser kleines Wine-Get-Together bis heute wirklich prächtig entwickelt. Im Laufe des Jahres waren wir dann zu manchen Themen bereits wenige Tage nach Terminveröffentlichung ausgebucht. Es gab viele Anfragen bzgl. Sponsoring von Weinhändlern, die uns zu Promozwecken gerne mit Weinen unterstützt hätten - das freut uns, war zum damaligen Zeitpunkt leider zu früh, da wir selbst noch nicht wussten, wie wir mit diesen Sponsoringanfragen umgehen sollten. Ich denke in Zukunft wird sich auch da etwas tun und die Weinauswahl für unsere kleine Verkostungsreihe wird hier und da durch einen gesponsorten Wein ergänzt werden.
Zu den Weinen: Argentinien, im Allgemeinen Südamerika, ist nach meiner Erfahrung immer schon für eine Überraschung im Preis-Leistungs-Verhältnis gut gewesen. Zwei vorgestellte Weine der Bodega San Polo, Auka Malbec und Auka Cabernet, hatte ich bereits schon mehrmals vorher gekauft und als handfeste Empfehlung kommuniziert. Die Amalaya Cuvee der Bodega Colome wurde erst kürzlich vom Magazin Weinwirtschaft zum besten Überseerotwein 2012 und zum Wein des Jahres 2012 vom Weinimports Ludwig von Kapff gekürt. Angesichts dieser Aufstellung war die Erwartungshaltung sehr hoch.

Der hochdekorierte Amalaya der Bodega Colome wirkte allerdings noch etwas unreif. Die Mehrheit der Teilnehmer (ca. 30 Personen) identifizierte einen auffällig hohen Säurespiegel, spitze Tanine und ein daraus resultierend bitteres Aromenbild. Hm, schade.
Die beiden San Polo Aukas (Malbec und Cabernet Sauvignon) konnten sich in der Runde gut behaupten und erfüllten damit meine Erwartungen komplett. Der Auka Cabernet Sauvignon wurde nach Abstimmung von vielen Teilnehmern favorisiert.
Der Kaiken Ultra aus dem Imperium Montes stand mit knapp 15,- Euro preislich höher im Regal. Ich hatte mich sehr darüber gefreut, dass hier der Preis ein zuverlässiger Qualitätsindikator war. Der Kaiken Ultra Cabernet Sauvignon wurde von der Mehrheit als Favorit des Abends eingestuft. Er überzeugte durch eine dichte Textur, welche bereits beim Einschenken deutlich wird. Weiter ist der Wein durch Facettenreichtum und eine gute Balance auffällig geworden. Hoher Preis, aber dafür auch ein gutes Produkt aus dem Hause Montes!
Hier gehts zur Übersicht der Weine: Weinliste » “Argentinien”
Nach einem Monat Pause werden wir uns dann wieder im März im Lokal treffen. Das Thema wurde traditionsgemäß in der Gemeinschaft diskutiert. Wir werden uns im März dann mit dem Weinland Georgien beschäftigen. Das Datum steht leider noch nicht fest, soll aber in den nächsten Wochen bekanntgegeben werden. So stay tuned.
Cheers, Steph
Kaum zu glauben, dass ein Jahr schon wieder ins Reich der Erinnerungen abrückt. Mittlerweile berichten wir schon von unserer 11. Veranstaltung und ein Ende ist nicht in Sicht ;-D

Die vergangene Veranstaltung mit dem Thema Spätburgunder/Pinot Noir - Deutschland / Frankreich hatten wir so vorbereitet, dass wir zwei Spätburgunder aus Deutschland mit zwei Pinot Noirs aus Frankreich zusammen verkosteten. Diese Gegenüberstellung zeigte uns dann auch wie beabsichtigt die Geschmacksdifferenzen in Grundzügen sind. Dazu soll noch gesagt werden, dass es sich bei Spätburgunder und Pinot Noir um die selbe Rebsorte handelt.
Die beiden Deutschen Spätburgunder vom Weingut Brodbeck und Weingut Hubert Lay wurden aus den Finalisten des Deutschen Spätburgunderpreises recherchiert. Wir sind hier systematisch durch die Top 20 Liste gegangen. Der Fokus war auf Verfügbarkeit und Kaufpreis gelegt. Für die beiden Pinot Noirs aus der Bourgogne sind wir bei Jacques Weindepot (Mercurey Bourgogne) und im Hochpreis-Feinkostbereich (Louis Latour Bourgogne) fündig geworden.

Was mir persönlich bei diesem Vergleich in Erinnerung geblieben ist, ist dass die beiden Spätburgunder aus Deutschland einen eher üppigeren und opulenteren Eindruck hinterlassen haben. Die Pinot Noirs aus der Bourgogne erschienen mir in Bezug auf Stilistik eindeutig differenzierbar. Diese sind feingliedrig und subtiler mit jeweilig mehr Gewichtung in punkto Säure. Der erste Spätburgunder des Abends vom Weingut Brodbeck gehört für mich seit dem ersten Schluck zu den Top 10 Entdeckungen des Jahres. Einige Tage später hatte ich noch eine weitere Flasche geöffnet - meine Meinung ist hiermit zweifach bestätigt. Die Einzelberichte sind hier auf der Rexvini-Weinliste einsehbar: Niriu/REXVINI - Spätburgunder/Pinot Noir.
Morgen gehen wir mit dem Thema “Rote aus Argentinien” in unsere erste gezielte Überseeverkostung. Nach langem Überlegen haben wir uns aus Kostengründen, gegen das beim letzten Mal vom Publikum nominierte Thema “Sekt und Champagner” entschieden. Das Ganze ist natürlich nicht komplett vom Tisch, wir heben uns das für einen besonderen Anlass auf… nur Geduld !
An dieser Stelle möchte ich mich noch an die Damen und Herren vom Weingut Brodbeck nicht nur für den Traumspätburgunder, sondern auch für den absolut vorzeigbaren Versandservice bedanken ! Drei Tage nach Bestellung hatte ich das Paket in meinen Händen. Nachträgliche Rechnungsänderungen wurden sofort erledigt. I Like.
Damit sehen wir uns dann morgen Abend wieder, over and out.
Steph
Unsere monatliche Weinveranstaltung ging vergangenen Mittwoch mit großen Namen aus dem Piemont in die neue Runde. Ein kurzer Bericht über bemerkbare “Party-Athmo” und dem Anschein, dass wir ein exklusiver Club wären.

Letzten Freitag fragte man mich das zweite Mal, ob die Weinveranstaltung ein Club wäre und wie man sich in die Exklusivität “bewerben” kann. Aus den Fotos und Blogs würde man das wohl vermuten. Ich musste etwas schmunzeln bevor ich verneinte. Ich klärte kurz über die Konzeption des Abends auf, dass sich jeder einfach anmelden kann, sich aber nach Terminankündigung beeilen sollte, und sicherte damit (wahrscheinlich) zwei neue Teilnehmer. Später dachte ich dann noch etwas über die Frage nach. Eigentlich hatten Babak und ich besprochen, dass wir im Schnitt eine 50/50 Aufteilung an vollends neuen Teilnehmern zu Wiederholungstätern erreichen möchten. Die letzte Veranstaltung allerdings bestand mehr aus bekannten Gesichtern mit geschätzter 80/20 Aufteilung. Da diese sich meistens dann auch schon kennen, erzeugt dies eine Stimmung, die sich von den ersten Abenden klar differenzierte. Damit kommt im Endeffekt die Frage wieder durch, ob wir nicht vielleicht alle zwei Wochen was machen, also die Frequenz erhöhen. Themen haben wir genug.
Was den vergangen Mittwoch angeht: Wir gingen diesmal mit 15,- Euro pro Person ins Rennen. Wir kauften damit eine neue Ladung Gläser (mit jedem Event geht im Durchschnitt etwa eins kaputt), damit hatten wir immer noch ca. 13,- Euro (bisher 8,50 Euro) pro Flasche. Mit dem Freiraum konnten wir auch Piemont-Weine namhafter Hersteller kaufen.
So stellten wir uns unter anderem mit Pio Cesare, Marchesi di Barolo und Flori gefühlt gut auf. Die Preise spiegelten die Qualitäten wieder, sodass die beiden eher hochpreisigen Kandidaten, der Barbera von Pio Cesare für ca 15,- Euro und der Barolo Flori von Araldica mit ca. 18,- Euro, als Favouriten gelten können. Generell kann man von einer überdurchschnittlich gut trinkbaren Aufstellung sprechen. Die Liste der Weine des Abends ist hier veröffentlicht: REXVINI/ NIRIU - PIEMONT. Abschließend sei noch gesagt, dass wir nach einigen fehlerhaften Flaschen gelernt haben bei einem bestimmten Fachhändler in Zukunft keine Weine mehr zu kaufen. Dieser soll hier nicht genannt werden, wer allerdings trotzdem die Details wissen möchte kann mich gerne per Mail kontaktieren (s.suen@rexvini.de).
Thema und Termin für die nächste Veranstaltung Ende November stehen bereits fest. Wir bereiten für euch einen Beaujolais-Abend vor. Nach der aktuellen Einkaufsliste werden wir uns von Beaujolais Nouveau bis zum Cru Beaujolais durch die Qualitätsstufen probieren. Anmelden kann man sich allerdings erst nachdem Babak aus Portugal wiederkommt. Wir halten euch dabei auf dem Laufenden.
Stephan
Im bereits vierten Teil unserer wunderbaren Weinverkostungsreihe widmeten wir uns dem Bereich Süditalien. Auf dem Dancefloor der Good Old Days Bar haben wir uns auf die Einzelregionen Sizilien und Apulien konzentriert.

Zugegeben liegt die Veranstaltung schon einige Tage zurück. Mir kam der dreiwöchige Familienbesuch in Taiwan, der auch als Wein- (Alkohol) Pause genutzt wurde, leider dazwischen. Sorry for delay an dieser Stelle.

Von der Dokumentation “ARD - Die Story: Von Kamen nach Corleone - im Kampf gegen die Mafia” inspiriert hatte ich eigentlich vor, die Veranstaltung eng an der dort anscheinend allgegenwärtige Präsenz der “Familienclans” zu planen. Nach tagelanger Recherche fand ich aber ausser dem Tatbestand, dass es zu Immobilien-Massenenteignung (auf Sizilien ca. 15.000 Immobilienobjekte, Quelle: Link) der etablierten Familien kam, keine weiteren handfesten Infos. Mit Subventionsgeldern aus EU-Töpfen und den damals aktuellen Regierungsbeamten Berlusconis wurde die Vielzahl der Grundstücke für den Anbau von Wein und andere landwirtschaftliche Güter und dem Tourismus “freigegeben”. Wer die Objekte wie im einzelnen bewirtschaftet und wer davon wie im Endeffekt dann wieder profitiert sind Fragen, die an dieser Stelle offen bleiben sollen.
Zu den Weinen soll erzählt sein, dass wir unseren Fokus auf Nero d´Avola und Primitivo (auch bekannt als Zinfandel) gesetzt haben. Hierbei haben sich unter den Teilnehmern zwei ganz klare Favoriten herauskristallisiert: Der Lamuri von Tasca D`Almerita und der drei Sterne Gambero Rosso Kandidat Mandrossa Cartagho von Settesoli, welcher mein persönlicher Favorit ist. Weiter wurde noch beschlossen, dass der Lamuri als der rundum gut zu trinkende Wein aus der Auswahl zu beschreiben ist. Der Cartagho überzeugt durch eine hohe Komplexität, was ihn als recht anspruchsvollen Tropfen charakterisiert. Weitere Weine vom Event und deren Einzelbeschreibungen sind hier als Rexvini-Liste angelegt.

In wenigen Tagen erfährt unsere Wine-get-together Reihe zusammen mit Niriu.com seine Fortsetzung. Wir widmen uns dann der Rebsorte Sauvignon Blanc mit dem Versuch eines interkontinentalen Vergleiches. Babak von Niriu hatte mir bereits am Freitag durchgegeben, dass wir hierfür wieder vollends ausgebucht sind. Ich nehme dies als gutes Feed-back wahr und bedanke mich dafür.
Stephan
Photos by Niriu.com